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Kanada 2002
13.2., 21.30 / CineStar 8 14.2., 17.30 / Arsenal 1
Format: Video (Digi-Beta NTSC), Farbe Länge: 92 Minuten Sprache: englisch
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Das Corpus Callosum ist ein zentraler Gewebebereich im menschlichen Gehirn, das
‘Botschaften’ zwischen den beiden Hemisphären übermittelt. Der Film (oder das Band oder das projizierte Lichtwerk) *Corpus Callosum beschreibt, erzeugt, untersucht, zeigt und besteht aus lauter ‘zwischen’. Zwischen
Anfang und Ende, zwischen natürlich und künstlich, zwischen Fiktion und Tatsache, zwischen Hören und Sehen, zwischen 1956 und 2002. Dieser Film ist eine Tragikomödie der kinematographischen Variablen. *Corpus
Callosum stellt den Realismus ganz normaler Metamorphosen (zwei extreme Beispiele dafür sind Schwangerschaften oder Wutausbrüche) in glaubhaften, ‘realen’ Innenräumen und ‘unmögliche’ Formveränderungen (einige davon
wurden durch digitale Animation ermöglicht) nebeneinander bzw. gegenüber. Zuerst beobachtet die Kamera, dann beobachten wir, die wir im Zuschauerraum sitzen, die Beobachtungen der ‘realen’ Menschen, die in den
offenkundig inszenierten Situationen dargestellt werden. Was wir sehen und was sie ‘sehen’, wird bestimmt von unseren und ihren unterschiedlichen Überzeugungen. Obwohl kene Geschichte erzählt wird, scheint es einen
Helden und eine Heldin zu geben. Wie auch immer: Von Szene zu Szene erscheinen sie als immer wieder andere Menschen in identischen Kostümen oder elektronisch verändert. Michael Snow [aus dem Forumprogramm]
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Kommentare von Michael Snow (gekürzt)
Das Corpus Callosum ist ein zentrales Gewebe im menschlichen Hirn, welches
“Nachrichten” zwischen den beiden Hirnhälften weiterleitet. Meine Hirnhälften hielten “Corpus Callosum” für einen passenden Titel, weil der Film von dem “Dazwischensein” handelt.
Zwei Prämissen: Video ist, in gewisser Weise, nicht “optisch”. Es besitzt eine
inhärente Instabilität, Veränderlichkeit und Formbarkeit. Mit digitalem Video lassen sich Formen verändern, Pixel für Pixel, etwas, das mit Film nicht möglich gewesen ist. Die “Effekte” in Corpus Callosum wurden
per Computer-Animation mit “Houdini” konstruiert,, einer Software die von Side Effects Software in Toronto von einem Team etwickelt wurde, dessen Leiter Greg Hermanovic der Berater für den Animations-Bereich in
diesem Film gewesen ist. In unserer Welt existiert Bewegung zwischen zwei Perioden von Ruhe. Im Film repräsentieren das Schwenken und Tracking das “Jetzt”. Corpus Callosum wurde um Tracking-Shots herum
konstruiert (in denen das “jetzt” sichtbar und kontinuierlich zur Vergangenheit und Zukunft wird). Das Tracking wird durch eingefrorene Sequenzen definiert: abnorme Stasis, wo zur Erkundung durch die stationäre
monokulare Kamera herausgefordert wird.
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