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USA/Brasilien 2001

07.02., 14.00 / Delphi
08.02. 12.45 / CinemaxX 3
08.02., 20.15 / Arsenal
 09.02., 17.00 / Babylon

Format: 35 mm, Farbe und s/w (auf Super8mm gedreht)
Länge: 56 Minuten, 24 Bilder/Sek.
Sprache: englisch, portugiesisch

Im Jahr 1996 reiste der Filmemacher Thomas Allen Harris nach Salvador de Bahia, der Stadt, welche die afrikanische Seele Brasiliens verkörpert, um den Geistern nachzuspüren, die durch seine Träume spukten. Zwanzig Jahre zuvor hatte seine Mutter auf der Suche nach einer mythischen Heimat die gleiche Reise unternommen, als sie mit ihren Kindern ins ostafrikanische Tansania emigrierte. É Minha Cara ist vollständig auf Super8 und ohne Ton gedreht. Vor allem das innovative Sounddesign, das Hip-Hop-Techniken verwendet, macht den Film zu einem mythisch-poetischen Fest der Selbstentdeckung, das sich über drei Kontinente, drei Generationen und dreißig Jahre erstreckt. [aus dem Forumprogramm]

Einige Worte darüber, warum ich Super 8 wählte (oder andersherum, warum es mich wählte):
Thomas Allen Harris

Als ich begann, diesen Film zu machen, hatte ich noch keine Vorstellung davon, welche Form er annehmen würde. Ich wußte spürte nur, daß ich nach Salvador Da Bahia (Brasilien) reisen mußte, daß mich etwas dorthin zog.

Es gibt verschiedene Gründe, warum ich beschloß, auf Super 8mm zu drehen (manche davon waren mir bewußt, andere tauchten erst viel später auf). Während der Arbeit mit meinem Dokumentarfilm „VintageI - Families of Value“ lernte ich die Textur von Super 8 sehr zu schätzen. Ich mochte die Einfachheit und das geringe Gewicht der Kamera.

Auf einer anderen, rationalen Ebene wußte ich auch, daß ich mit einer alten, angeschlagenen Super8-Kamera in Bahia nicht sofort als Tourist auffallen würde, anders als mit dem neuesten Modell eines DV-Camcorders.

Außerdem wollte ich den Film ohne (Origianl-)Sound machen. Ich wollte nicht in Form von Interviews (‚talking heads’) denken, sondern suchte einen anderen Weg, Informationen aus anderen und auch mir selbst herauszulocken – vor allem, da mein Portugiesiesch nicht besonders ist. Die stille Super8-Kamera zwang mich statt dessen, mich in performativer Weise auf  die Umgebung einzulassen. Die Kamera selbst wurde zu einem interaktiven Werkzeug – die Bilder zugleich intim und spontan. Es entstand quasi ein Super-8 Tagebuch.(...)

War es also Zufall oder göttliche Eingebung, daß mein Film ausschließlich auf Super8 gedreht wurde? Vermutlich beides.

Meinen nächsten Film, eine ‚Sex-Komödie’ („On the DL“), werde ich definitiv auf DV drehen – hauptsächlich aus finanziellen Gründen, und aufgrund der Flexibilität, die es mir als unabhängigen Filmemacher mit einem tollen Script und einem innovativen Regie-Stil gibt. Aber ganz sicher werden mich noch beim Dreh von "On The DL" die Super8-Bilder im tiefen Inneren verfolgen.

AVIDStonehead Cut

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