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Einige Worte darüber, warum ich Super 8 wählte (oder andersherum, warum es
mich wählte): Thomas Allen Harris
Als ich begann, diesen Film zu machen, hatte ich noch keine Vorstellung davon,
welche Form er annehmen würde. Ich wußte spürte nur, daß ich nach Salvador Da Bahia (Brasilien) reisen mußte, daß mich etwas dorthin zog.
Es gibt verschiedene Gründe, warum ich beschloß, auf Super 8mm zu drehen
(manche davon waren mir bewußt, andere tauchten erst viel später auf). Während der Arbeit mit meinem Dokumentarfilm „VintageI - Families of Value“ lernte ich die Textur von Super 8 sehr zu schätzen. Ich mochte die
Einfachheit und das geringe Gewicht der Kamera.
Auf einer anderen, rationalen Ebene wußte ich auch, daß ich mit einer alten,
angeschlagenen Super8-Kamera in Bahia nicht sofort als Tourist auffallen würde, anders als mit dem neuesten Modell eines DV-Camcorders.
Außerdem wollte ich den Film ohne (Origianl-)Sound machen. Ich wollte nicht in
Form von Interviews (‚talking heads’) denken, sondern suchte einen anderen Weg, Informationen aus anderen und auch mir selbst herauszulocken – vor allem, da mein Portugiesiesch nicht besonders ist. Die stille
Super8-Kamera zwang mich statt dessen, mich in performativer Weise auf die Umgebung einzulassen. Die Kamera selbst wurde zu einem interaktiven Werkzeug – die Bilder zugleich intim und spontan. Es entstand
quasi ein Super-8 Tagebuch.(...)
War es also Zufall oder göttliche Eingebung, daß mein Film ausschließlich auf
Super8 gedreht wurde? Vermutlich beides.
Meinen nächsten Film, eine ‚Sex-Komödie’ („On the DL“), werde ich definitiv auf
DV drehen – hauptsächlich aus finanziellen Gründen, und aufgrund der Flexibilität, die es mir als unabhängigen Filmemacher mit einem tollen Script und einem innovativen Regie-Stil gibt. Aber ganz sicher werden mich
noch beim Dreh von "On The DL" die Super8-Bilder im tiefen Inneren verfolgen.
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